Blogmeier hat eine Blogparade zum Thema Videospiele ausgeschrieben. Wie könnte ich es mir entgehen lassen, mich daran zu beteiligen? Dieser Blogger ist dafür geradezu prädestiniert! Insbesondere, weil es auch was zu gewinnen gibt…
Was ist dein Lieblings-Videospiel?
Also das ist eine wirklich gute Frage, auf die ich keine einfache Antwort geben kann. Als alter Rollenspieler hege ich eine besondere Leidenschaft für RPGs aller Art und Natur. Besonders ältere Titel wie Baldur’s Gate, Fallout und die Elder Scrolls Reihe stehen – wie man sicher aus früheren Posts schon ahnen konnte – ganz oben auf meiner Liste. Das Besondere an dieser Art von RPG ist, dass sie dem Spieler ungeahnte Freiheiten einräumen, riesige Welten, die es zu erkunden gilt, sowie die detaillierte Charakterentwicklung. Man kann voll und ganz in der Spielwelt aufgehen und sich darin verlieren. Gerade Oblivion ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie ein modernes RPG gestaltet sein sollte. Je umfangreicher und weitläufiger, desto besser. Desweiteren finden sich in meiner Topliste auch Spiele wie Kotor 1 + 2 und Mass Effect (sowie eigentlich alles andere von Bioware) wieder, inbesondere wegen der tiefgehenden und vorzüglich ausgearbeiteten Story, was für sich genommen schon allein einen hohen Wiederspielwert begründet.
Neben „normalen“ RPGs spiele ich besonders gerne MMORPGs, insbesondere wegen der Spielwelten und der Interaktion mit anderen Spielern. Meine Wurzeln auf diesem Gebiet liegen in EverQuest, das auch heute – allem Wandel zum Trotz – noch einen unverkennbaren Reiz hat. Seit einigen Monaten findet sich jeden Dienstag eine Gruppe von Nostalgikern (dank Tipa von West Karana) wieder, um die alten und verloren geglaubten Emotionen noch einmal zu erleben. Leider gibt es, seit meinem Exodus aus Vanguard im April diesen Jahres, kein MMO, das mich richtig begeistern kann. AoC war – besonders im Hinblick auf den wahnwitzigen Hype im Vorfeld – ein „failure“ allererster Güte. WAR ist WAR, vom Setting mal abgesehen bietet es mir nicht wirklich viel Interessantes. WoW… nach langem „Boykott“ habe ich mir mal ne Woche Zeit genommen, um es wenigstens mal anzuspielen… Nur um meinen Eindruck bestätigt und gefestigt zu sehen. Ich verweigere mich mit aller Entschlossenheit dem „easy-mode“-Prinzip! Jedes Spiel, das den Spieler an die Hand nimmt und ein Gameplay „wie auf Gleisen“ festschreibt, vergisst doch gerade den größten Reiz bei solchen Spielen: das Erkunden der Welt auf eigene Faust und mit Freunden, das Gefühl des Verloren seins und die Komplexität.
Zudem bin ich der alten, wenn auch bewährten, Mechanik der Level überdrüssig geworden. EVE hat als erstes modernes MMO den Schritt in die richtige Richtung getan, ob Darkfall dem nacheifern kann, wird die Zeit zeigen.
Daneben spiele ich aber auch alle anderen Genres, kreuz und quer. Ich bin, was das angeht, nicht festgelegt, es sollte einfach nur ein unterhaltsames Spiel sein. Etwa 10 Jahre zurück, lagen Space-Sims noch hoch im Kurs. Angefangen bei Elite und Whale’s Voyage (zugegeben ein wilder Genre-Mix), über X-Wing, Wing Commander, Conflict: Freespace und I-War bis hin zu Freelancer und der X-Reihe habe ich sie alle geliebt. Leider ist das Genre in der Zwischenzeit verkümmert, was zur Folge hat, dass mein Joystick in der Ecke verstaubt. Aber Totgesagte leben länger, Anfang der 90er Jahre konnte man das gleiche Phänomen bei RPGs beobachten, die sich von einem Nischenprodukt zur Massenware wandelten.
Des Weiteren nehmen Strategiespiele einen großen Teil meiner Sammlung ein; ob Echtzeit oder rundenbasierend, ist erst mal gleich. Obwohl besonders letztere meist eine stärkere Ausrichtung auf die Strategie als solche erlauben. Man denke gerade an Spiele wie Civilization, Alpha Centauri, Jagged Alliance 1 + 2, X-COM und X-COM: TFTD, Heroes of Might and Magic und natürlich Master of Orion. Natürlich hat auch die Dynamik von RTS-Spielen wie Command & Conquer (RIP Westwood), War- und StarCraft, Dungeon Keeper, der Warhammer 40k-Reihe, Company of Heroes, World in Conflict oder Sins of a Solar Empire einen großen Reiz. Viele der genannten Spiele haben einen festen und immerwährenden Platz auf meiner Festplatte.
Ich könnte noch sooo viel mehr dazu schreiben (ich habe noch nicht einmal all die fantastischen Adventures angerissen), aber dabei wollen wir es mal belassen – wer soll denn das alles lesen?
Wie lange zockst du durchschnittlich am Tag?
Da ich mich gerade im Repetitorium (Vorbereitung auf das 1. StaatsEx) befinde, ist meine Zeit in der alternativen Realität der Computerspiele leider sehr begrenzt. Außer dem wöchentlichen Termin in EQ komme ich leider nur viel zu selten zum Spielen, jedenfalls zu wenig, um mich auszutoben, aber dennoch zu viel, um auch mal den Stoff leiden zu lassen…
Wie lange hat dein längster Gaming-Marathon gedauert?
Dass ich mal den Nachmittag, Abend und die darauf folgende Nacht durchspiele, war zumindest in der Vergangenheit keine Seltenheit (im Vergleich zu heute s.o.
). Wenn ich mal wieder ein hervorragendes Spiel gefunden habe, dann lasse ich mich gern und einfach davon fesseln. Dann kommt die „nur noch ein ganz klein wenig“-Einstellung durch, was zumeist dann doch zu „sehr viel länger“ wird. Insbesondere zu meinen Hardcore-EverQuest-Zeiten waren „Marathons“ eher die Regel als die Ausnahme. So masochistisch das auch klingen mag, ich habe einige schöne Erinnerungen an lange Camp-Sessions (das wiederholte Töten von sogen. Placeholder-Mobs, während man auf einen bestimmten Named/Drop wartet), der damit oft verbundenen Interaktion mit „Leidgenossen“ und den daraus resultierenden Freund- und Bekanntschaften behalten.
In handfesten Zahlen ausgedrückt beläuft sich mein längster Marathon, ohne größere Pausen und Unterbrechungen zum Schlafen oder ähnliches, auf 60+ Stunden…
Was war dein witzigster Moment beim Zocken?
EverQuest zu seinen Hochzeiten (Kunark über Velious bis PoP) war voll mit witzigen Momenten. Man denke da nur an Pansy The Famous Bard, die /gu, The Noob und vor allem WTF?-Comics und all die unvergesslichen Dungeon crawls durch Befallen, Lguk, Velketors, NToV und andere. Daneben gibt es auch viele andere schöne Erinnerungen aus anderen MMORPGs, aber EverQuest als mein allererstes Spiel dieser Art war besonders prägend.
Offline habe ich die mit Abstand witzigsten Momente wohl mit den guten alten SCUMM-Adventures (da sind sie!) erlebt. Übrigens kann man sie heutzutage dank ScummVM sogar auf einem PDA nacherleben!
Spielst du eher am Computer oder nutzt du vorwiegend Konsolen (wenn ja, welche)?
Ich bin seit je her eher der Computerzocker, allein schon weil diese sich unkompliziert und einfach nach- und aufrüsten lassen. Angesichts der schnellen technologischen Entwicklung der früheren Jahre war das für mich das Hauptargument, Konsolen eher stiefmütterlich zu betrachten. Nachdem wir mit der neuen Generation von Konsolen und Spielen zumindest den grafischen Aspekt bis an die Grenze des Photorealistischen ausgereizt haben, sowie dank der innovativen Kontrollmechanismen einer Wii, hat sich dies allerdings ein wenig verlagert.
Seit der PSX habe ich schon immer eine Sony-Konsole besessen. Vor etwa zwei Jahren habe ich mir endlich auch eine PSP angeschafft und kann sie jedem begeisterten Spieler nur wärmstens ans Herz legen. Das ist ein Kauf, den man nicht bereuen kann. Was Next-Gen-Konsolen angeht ich hätte ja so gerne eine PS3, inbesondere wegen der Media-Center-Funktionalität und dem göttlichen Metal Gear Solid 4. Gerade die MGS-Reihe ist in meinen Augen ein Glanzstück der Spielemacher-Kunst, da es auf einzigartige Weise spannendes Gameplay und das Storytelling eines fantastischen Filmepos miteinander vereint. Übrigens, kann ich in diesem Zusammenhang das Spiel „Fahrenheit“ besonders empfehlen, da es in vielerlei Hinsicht neue Wege beschreitet dadurch dem Spieler in den Genuss eines wahren interaktiven Films kommen lässt.
Spielst du die Games auch online?
Ich spiele mit Vorliebe online! Gerade das ist ja das Tolle an der modernen vernetzten Welt – die Interaktion mit anderen. Der größte Reiz an MMOs ist für mich die Community – die Gemeinschaft der Spieler und die Beziehungen, die sich daraus entwickeln. Gewaltige Aufgaben zusammen mit anderen Spielern als Gilde angehen und lösen. Völlig Fremde, zum Teil aus fernen Ecken der Welt, werden zu Freunden, mit denen man auch noch Jahre später in Kontakt steht. All das macht das Spielen im Netz so spannend und interessant.
Das ist er also, mein Beitrag. Wenn ihr ihn ganz gelesen habt, *congrats*! Die Tapferen dürfen sich einen Keks bei mir abholen.